Buch Aus kontrolliertem Raubbau

Aus kontrolliertem Raubbau

Auszug aus der Einleitung vom Buch „Aus kontrolliertem Raubbau“ von Kathrin Hartmann, Karl Blessing Verlag, 2015.


Angesichts der drohenden Klimakatastrophe ruhen alle Hoffnungen auf der Green Economy, die das Wirtschaften nachhaltig und sozial machen soll. Elektro-Autos statt CO2-Schleudern, Biosprit statt Benzin, Aquakultur statt Überfischung. Dies alles subventioniert durch die Politik, unterstütz von Umweltschutzorganisationen, ausgezeichnet mit Nachhaltigkeitspreisen.
Wirtschaftswachstum und überbordender Konsum, so die frohe Botschaft der sogenannten dritten industriellen Revolution, sind gut für die Welt, solange sie innovativ und intelligent gemacht sind. Die technikbegeisterte Mittelschicht hört das gern.

Doch leider ist der Rohstoffhunger des grünen Kapitalismus riesig: Selbst für das nachhaltige Palmöl, das in Biodiesel und unzähligen Fertigprodukten steckt, werden Regenwälder gerodet und Menschen vertrieben, wie Kathrin Hartmann in aufrüttelnden Reportagen aus Indonesien zeigt. Ebenfalls schockierend sind ihre Recherchen in Bangladesch: Garnelen aus Zuchtbecken werden mit Nachhaltigkeits-Siegeln exportiert, dafür wurden gegen den Willen der Bevölkerung Reisfelder und Mangrovenwälder zerstört. Um den eigenen Hunger zu bekämpfen, zwingt man den Bauern dort Gentechnik-Saatgut auf.


Eine schonungslose Abrechnung mit der Illusion des grünen Wachstums, dem Zynismus von Wirtschaft, Politik und NGOs und unserem verschwenderischen Lebensstil.


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