Buch Gegen Wahlen

Gegen Wahlen

Auszug aus der Einleitung vom Buch „Gegen Wahlen - Warum Abstimmen nicht demokratisch ist“ von David Van Reybrouck, Wallstein Verlag, 2016.


Es ist seltsam mit der Demokratie: Immer mehr Menschen weltweit halten sie für die ideale Regierungsform, und fast wie in einer Zwillingsformel werden Demokratie und Wahlen zusammen genannt und miteinander identifiziert. Trotzdem gehen immer weniger Menschen wählen, trotzdem sinken die Mitgliederzahlen der politischen Parteien dramatisch. Warum ist das so?


David Van Reybrouck beschreibt das >>demokratisches Ermüdungssyndrom<<. Sein Befund ist verblüffend: In einer Demokratie im 21. Jahrhundert hält er sie für ein höchst fragwürdiges und nicht mehr zeitgemäßes Mittel. Mehr noch, die Identifizierung von Demokratie mit Wahlen ist nicht nur heute nicht mehr richtig, sie war es noch nie!


In bestechenden historischen Exkursen zeigt Van Reybrouck, dass Demokratie ganz andere und überaus erfolgreiche Verfahren kannte. Vom antiken Athen über die blühenden Republiken von Venedig oder Florenz zu Zeiten der Renaissance bis hin zur Französischen Revolution gründeten demokratische Staatswesen auf ein ganz anderes Prinzip: das Los. Er zeigt, wie das Losverfahren auch heute ganz praktisch unsere machtlos gewordene Demokratie lebendiger machen und wirkliche Partizipation herstellen kann.



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